Eingewöhnung Ein weiterer elementarer Bereich in der Kindertagespflege ist eine ausreichende Eingewöhnungszeit. In welchem Umfang dies geschieht kommt ganz individuell auf das Alter, den Entwicklungsstand und natürlich auf das Wesen des Kindes an, denn jedes Kind ist einzigartig. So kann es geschehen, dass ihr Kind nach dem zweiten Treffen schon problemlos zu mir kommt, ein Anderes aber mehrere Treffen benötigt um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Im Allgemeinen hat sich folgendes System bewährt: Ein Elternteil bleibt bei dem ersten Treffen komplett anwesend, bei dem zweiten Treffen entfernt es sich nach einer kurzen Verabschiedung für ca. 15 bis 30 Minuten, und die Abwesenheitsdauer wird von Treffen zu Treffen immer weiter ausgedehnt. Dies geschieht solange und so oft bis mir das Kind vertraut, es angstfrei bei mir bleibt und es versteht, dass seine Eltern es immer wieder abholen kommen. Oft hilft es auch, wenn die Kinder etwas Vertrautes von zu Hause mitbringt und die Eltern in der Verabschiedungsphase ihre Jacke, Tasche oder Ähnliches dalassen, sodass das Kind weiß „Mama kommt wieder“. Zudem ist es unumgänglich, dass die Eltern mit mir zusammenarbeiten. Sie müssen dazu bereit sein ihr Kind in meine Hände zu geben, mir vertrauen und ihr Kind loslassen können. Denn es ist ungünstig wenn sich ihre Unsicherheit auf das Kind überträgt. Zudem sollten die Eltern auch in der Eingewöhnungszeit immer telefonisch erreichbar sein, so dass ich sie im Problemfall informieren kann. Oder aber auch um eine kurze beruhigende Information oder einen Status durchzugeben, wie sich das Kind verhält.
© Nicole Weinhold