Unfallversicherung 1. Selbständig tätige Tagespflegeperson Sofern Tagespflegepersonen regelmäßig Kinder aus verschiedenen Familien betreuen oder betreuen wollen sind sie aus Sicht des Unfallversicherungsschutzes als selbständig tätige Tagespflegepersonen anzusehen. Diese Tagespflegepersonen sind als "in der Wohlfahrtspflege Tätige" pflichtversichert ( § 2 Abs. 1 Nr. 9 Sozialgesetzbuch VII - Gesetzliche Unfallversicherung). Ein Versicherungsschutz besteht bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Alle Tagespflegepersonen, die in diesem Rahmen tätig sind, müssen sich innerhalb einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit bei der BGW selbst anmelden. Für diese Versicherung sind alle Tagespflegepersonen selbst beitragspflichtig. Eine Befreiung von dieser Versicherungspflicht ist lt. Mitteilung der BGW nicht möglich. Eine privat abgeschlossene Unfallversicherung entbindet die Tagesmütter/-väter nicht von der gesetzlichen Unfallversicherungspflicht. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten, die im ursächlichen Zusammenhang mit der Kinderbetreuungstätigkeit stehen. 2. Unfallversicherungsschutz für Tagespflegekinder Im Rahmen der neuen Bestimmungen über Kindertagespflege sind die Kindertagespflege nach § 23 SGB VII (Sozialgesetzbuch VIII - Kinder- und Jugendhilfegesetz) betreuten Kinder in den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz mit einbezogen worde. Seit dem 01.10.2005 besteht für diese Kinder ein Versicherungsschutz bei der Landesunfallkasse Niedersachsen. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz für die Kinder bei der Landesunfallkasse Hannover ist nur gegeben, wenn die Tagespflegeperson im Besitz einer Erlaubnis nach § 43 SGB VIII (Sozialgesetzbuch VIII - Kinder- und Jugendhilfegesetz) ist. Verletzt sich ein Kind im Rahmen der erlaubnispflichtigen Kindertagespflege während der Betreuung bei einer Tagespflegeperson oder auf einem damit zusammenhängenden Weg muss die Unfallmeldung von der Tagesmutter/-vater an die Landesunfallkasse Niedersachsen erfolgen und in diesem Fall auch das Jugendamt informieren.
© Nicole Weinhold
Tagesmutter Nicole